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🌡️ Klimawandel und Anpassungsstrategien im Weinbau

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Der Klimawandel ist ein Thema, das die Weinbauwelt zunehmend beschäftigt. Mit immer häufiger auftretenden extremen Wetterereignissen, wie heissen Sommern, Frostnächten im Frühling und Starkregen im Herbst, stehen Weinbauern weltweit vor enormen Herausforderungen. Doch trotz dieser Unwägbarkeiten gibt es Hoffnung – und sie liegt in den Anpassungsstrategien, die Winzer entwickeln, um ihre Weinberge auch in einer zunehmend unberechenbaren Zukunft weiterhin erfolgreich zu bewirtschaften.


Klimawandel im Weinbau: Die grössten Herausforderungen

Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Weinbau sind bereits spürbar. Die steigenden Temperaturen haben zur Folge, dass viele traditionelle Weinbaugebiete sich verändern. Dies hat zwei wesentliche Folgen:


  1. Veränderte Reifemuster: Immer wärmer werdende Sommer führen zu einer beschleunigten Reifung der Trauben. Dies bedeutet, dass die Erntezeitpunkte immer weiter nach vorne verschoben werden, was zu qualitativen Schwankungen führen kann, da Trauben zu schnell reifen und weniger Zeit haben, ihre Aromen vollständig zu entwickeln.


  2. Unberechenbare Wetterphänomene: Starkregen und Hagelschäden sind häufige Begleiter des Klimawandels und können den gesamten Ernteertrag zerstören. Dies hat nicht nur wirtschaftliche Auswirkungen, sondern erschwert auch die Planung von Weinbauern, die von einem Jahr auf das andere hoffen müssen.



🌍 Anpassungsstrategien im Weinbau: Wie Winzer reagieren

Die Antwort auf diese Herausforderungen liegt in einer Reihe von Anpassungsstrategien, die von Winzern weltweit entwickelt werden, um ihre Weinberge widerstandsfähiger zu machen.


🌱 Höhere Lagen und kühlere Regionen

Eine der ersten und häufigsten Strategien ist der Anbau in höheren Lagen. In vielen klassischen Weinbaugebieten, wie dem Bordeaux oder der Toskana, beginnen Winzer damit, ihre Reben auf höher gelegenen Hügeln zu pflanzen, da diese Regionen tendenziell kühlere Temperaturen bieten. In Deutschland und Österreich gewinnt auch der Weinbau in den Alpen zunehmend an Bedeutung, um den negativen Auswirkungen der Hitzewellen entgegenzuwirken.

Darüber hinaus suchen immer mehr Winzer in Nord- und Ost-Europa nach Möglichkeiten, Trauben in Regionen anzubauen, die früher zu kühl für den Weinbau waren, wie beispielsweise im Nordwesten Englands oder sogar in Skandinavien.


🍇 Resilientere Rebsorten: Der Fokus auf Piwi-Sorten

Um den zunehmenden Wetterextremen und Krankheiten, die durch den Klimawandel verstärkt werden, zu begegnen, setzen immer mehr Winzer auf resiliente Rebsorten. Besonders Piwi-Sorten (pilzwiderstandsfähige Reben) wie Solaris, Johanniter oder Pinot Meunier bieten eine vielversprechende Lösung. Diese Rebsorten sind weniger anfällig für Krankheiten und benötigen im Vergleich zu traditionellen Sorten weniger chemischen Pflanzenschutz.

Ein besonders gelungenes Beispiel für diese Anpassung ist der Bio-Solaris AOC vom Rankhof Oberkirch. Dieser Wein wird vollständig biologisch angebaut und zeigt, wie die Kombination von Nachhaltigkeit und Resilienz auch in Zeiten des Klimawandels zu hervorragenden Ergebnissen führt. Die Solaris-Rebe, die besonders gut an wärmeres Klima angepasst ist, gedeiht optimal in der Region rund um den Sempachersee und bietet einen Wein von hoher Qualität und Komplexität.

Dank dieser pilzwiderstandsfähigen Sorten können Winzer nicht nur den Einsatz von Pestiziden verringern, sondern auch in Gebieten mit feuchterem Klima erfolgreich Wein anbauen. Das hat nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Vorteile.


🌞 Schattenspendende Systeme und Anpassung der Anbauflächen

Ein weiterer Lösungsansatz gegen die zunehmende Hitzewelle ist der Einsatz von Schattensystemen. Diese Systeme können den Weinbergen Schutz bieten und die Trauben vor der intensiven Sonne bewahren, die im Sommer die Zuckerwerte zu schnell ansteigen lässt und die Säure reduziert – Faktoren, die die Weinqualität beeinträchtigen können.

Einige Winzer experimentieren mit innovativen Lösungen, wie z. B. Schirmen oder Pergola-Systemen, die den Trauben durch gezielte Beschattung helfen, ihre Aromenvielfalt besser zu entfalten.


🌧️ Bewässerung und Wassermanagement

In trockenen Jahren kann Bewässerung eine wichtige Strategie sein, um Weinberge vor Trockenstress zu bewahren. Allerdings ist die Wasserversorgung eine knappe Ressource, besonders in Regionen, die ohnehin von Dürre betroffen sind. Der Fokus liegt daher auf effizienten Bewässerungssystemen und auf dem Recycling von Wasser, um den Wasserverbrauch zu minimieren und die Resilienz der Weinberge zu erhöhen.


🔮 Die Zukunft des Weinbaus: Chancen durch Innovation

Trotz der Herausforderungen durch den Klimawandel gibt es auch Chancen. Die Innovationskraft der Winzer, gepaart mit neuen technologischen Entwicklungen im Bereich des Weinbaus, bietet die Möglichkeit, die Auswirkungen des Klimawandels zu mildern.

Neue Technologien wie Drohnen, Satellitenbilder und prädiktive Modelle ermöglichen eine noch präzisere Überwachung der Bodenbeschaffenheit, Temperaturen und Rebenentwicklung. Dadurch können Winzer genauere Entscheidungen treffen, was den Erntezeitpunkt und den Einsatz von Düngemitteln angeht, um die Weinqualität zu steigern und Verluste zu vermeiden.


🍷 Fazit: Der Klimawandel als Chance für den Weinbau

Die Herausforderungen des Klimawandels mögen gross sein, aber sie bieten auch eine Gelegenheit zur Innovation. Winzer, die in Resilienz und Nachhaltigkeit investieren, können nicht nur den Herausforderungen trotzen, sondern auch neue Wege finden, den Weinbau zukunftsfähig zu gestalten.


"Der Klimawandel wird den Weinbau verändern, aber es gibt genügend Anpassungsstrategien, die den Weinbau auch in der Zukunft ertragreich und nachhaltig halten können. Es ist die perfekte Mischung aus Tradition und Innovation, die den Weinbau in eine spannende, neue Ära führen wird." Winzer Jonas Hunkeler, Oberkirch


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